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SONNENSCHUTZWELT 2018 deutsch

Sonnenschutz Interview

Sonnenschutz Interview Im Interview mit Christian Schaller und Andreas Kraler Die Zeichen stehen auf Wachstum Es tut sich zurzeit viel bei Hella in Abfaltersbach. Das Traditionsunternehmen aus Österreich machte in der jüngsten Zeit durch einen massiven Aufbau von Vertriebsund Führungspersonal von sich reden und will nun den gesamten deutschen Markt ins Visier nehmen. Grund genug für die GLASWELT-Redaktion, sich dort einmal umzuschauen und über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu sprechen, das mit 1350 Mitarbeitern und 180 Mio. Euro Umsatz zu den Schwergewichten in der Rollladenund Sonnenschutzbranche zählt. Glaswelt – Herr Schaller, man könnte fast sagen, alle Augen schauen auf Hella. Was passiert zurzeit in Ihrem Unternehmen? Christian Schaller – Eigentlich ganz normale Dinge, die in jedem Unternehmen stattfinden. Wir optimieren unsere Mitarbeiterstruktur, haben unser Produktportfolio überarbeitet und ergänzt, das Unternehmen Frama zugekauft, um dem stark wachsenden Outdoorbereich Rechnung tragen zu können, und verbessern kontinuierlich unsere Produktions- und Lieferprozesse an unseren verschiedenen Standorten in Europa. Für die Durchführung dieser Schritte haben wir uns personell deutlich mit Fachleuten aus der Branche verstärkt, um so zukünftig auch den gesamten deutschen Markt optimal beliefern und bearbeiten zu können. Glaswelt – In Österreich sind Sie auch im Direktgeschäft mit dem Endkunden aktiv. Wie wird das zukünftig in Deutschland aussehen? Andreas Kraler – Der Vertrieb in Deutschland ist bei uns eindeutig geregelt und findet außer dem Projektgeschäft nur über den Fachhandel statt. Diesen werden wir natürlich optimal unterstützen, d. h. von der Produkt- und Montageschulung bis hin zu Marketing- und Verkaufsförderungsaktionen. Unsere Kunden sollen nicht nur gute Produkte mit optimalen Lieferzeiten von uns bekommen, sondern sich durch persönliche Ansprache auch in der Hella-Familie wohlfühlen können. Gut gelaunte Gesichter: Andreas Kraler (Geschäftsführer Vertrieb) und Christian Schaller (Geschäftsführer Strategie und Unternehmenssprecher) zeigen sich mit der Entwicklung ihrer Planungen zur Neuaufstellung sehr zufrieden. Glaswelt – Sie sprachen eben von Ihren Produktionsstandorten in Europa. Wo ist Hella denn überall tätig? Hohe Mitarbeiterkompetenz, niedrige Fluktuation und optimale Produktionsbedingungen schaffen optimale Voraussetzungen. Andreas Kraler, Geschäftsführer Schaller – Neben unseren Produktionsstätten in Abfaltersbach, wo wir Raffstoren, Rollläden, Rollladenkästen und den TravFrame herstellen, produzieren wir in Deutschland an unseren drei Standorten Werne (textile Außensysteme), Duisburg (PVC Aufsatzelemente und Rollläden) und Geislingen an der Steige (Zubehörteile und Aufsatzkästen). In Tschechien werden Innenprodukte wie Plissees, Rollos und Vertikalstores hergestellt. Unsere Produktionsstätte in Polen deckt direkt den polnischen Markt im Bereich der PVC- Aufsatzkästen ab. Neu hinzugekommen ist mit Frama unser Standort in Novi di Modena, Italien, wo wir unsere Outdoorsysteme herstellen. Glaswelt – Hella nimmt am Smarthome-Forum auf der R+T teil. Für viele sicher ein überraschender Schritt, da Sie in diesem Bereich bisher nicht so bekannt waren. Wie kam es dazu? Schaller – Das ist eines der Ergebnisse von der Überarbeitung unseres Produktportfolios. Unser selbst entwickeltes Smarthome-System Onyx haben wir schon seit drei Jahren im Programm und es war an der Zeit, es aus seinem „Dornröschenschlaf“ zu wecken und nach vorne zu bringen. Für die Leitung des Vertriebsbereiches Automation und Steuerung konnten wir mit Eva Krepstekies ein bekanntes Gesicht in der Branche gewinnen. Ziel muss es jetzt sein, diesen Bereich kontinuierlich auszubauen. Unsere Aktivitäten beim Smarthome-Forum sind da nur ein erster Schritt, denn im Bereich der Netzwerkfähigkeit, offener Schnittstelle und Datensicherheit können wir schon heute mit einigen interessanten Features von Onyx punkten. Glaswelt – Apropos neue Mitarbeiter, was hat sich da bei Ihnen getan? Kraler – Das wären sicher zu viele Namen, um sie hier einfach nur aufzuzählen. Entscheidend ist viel eher, dass wir uns mit Brancheninsidern verstärkt haben, die die Branche und ihre Tätigkeitsbereiche aus dem Effeff kennen. Betroffen sind natürlich allen voran die Bereiche der Geschäfts- Foto: Olaf Vögele 46 glaswelt | Sonnenschutzwelt 2018

führung. Mit der Rückkehr von Christian Schaller und Martin Seifert konnten wir diesen Bereich natürlich entscheidend verstärken. Auch mit Hermann Frentzen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender steht uns ein exzellenter Branchenkenner zur Verfügung. Wichtig waren uns aber auch die Bereiche Produktmanagement, Vertrieb und Schulung. Hier konnten wir alle Bereiche mit Profis besetzen, die über langjährige Berufserfahrungen verfügen. Zusammen mit unserer vorhandenen Mannschaft konnten wir so eine sehr hohe Mitarbeiterkompetenz für unsere Kunden schaffen, um für jede Frage auch den richtigen Ansprechpartner zu haben. Glaswelt – Kommen wir zu einem anderen Thema. Die Lieferzeit wird für die Fachhändler immer wichtiger. Wie ist Hella hier aufgestellt? Kraler – Die Erfahrung zeigt, dass das Wetter für uns die unberechenbarste Komponente darstellt. Leider kommt es hierdurch immer wieder zu einer ungünstigen Marktentwicklung, weil der Kaufimpuls in sehr vielen Fällen durch die Sonne bzw. schönes Wetter ausgelöst wird, und dann schlagartig eine Bestellflut ausgelöst wird. Kommen dazu noch Faktoren wie momentan fehlende Arbeitskräfte, konnte es wie in der Vergangenheit schon einmal schwierig werden, die vorgegebenen Lieferzeiten einzuhalten. Das letzte Jahr war das allerbeste Beispiel dafür. Wir haben deshalb schnell reagiert und diese Prozesse intensiv analysiert, um Verbesserungen in unseren Abläufen vorzunehmen, damit wir zukünftig auch in der Saison so weit wie möglich optimale Lieferzeiten erreichen können. Glaswelt – 2018 ist ein Messejahr und mit R+T und Frontale stehen zwei Schwergewichte vor der Tür. Was darf man erwarten? Schaller – Für uns ganz klar zwei ganz besonders wichtige Messen, wo wir unsere Kunden und interessierte Besucher treffen wollen, um ihnen unsere neuen Messeauftritte mit den umfangreichen Produktportfolios zu zeigen. So wird der Fokus in Stuttgart natürlich mehr in Richtung Sonnenschutz und Outdoor liegen, während in Nürnberg Produkte wie Rollladen, Aufsatzkästen geschäumt und aus Kunststoff sowie Vorbaukästen im Vordergrund stehen. Kraler – Neben den Produkten geht es uns natürlich auch um das persönliche Gespräch mit den Kunden bzw. den Dialog mit interessierten Besuchern auf unseren Messeständen. Uns ist es hierbei wichtig, für unsere deutschen Kunden klar und sehr deutlich zu kommunizieren, dass Hella eine gute Zusammenarbeit mit dem Fachhandel auf Augenhöhe anstrebt, damit dieser seinen Endkundenmarkt bearbeiten kann. Natürlich wollen wir in diesem Kontext auch Themen wie Lieferzeit, Liefertreue und Lieferversprechen in den Vordergrund stellen. Seit 1959 entwickelt und produziert man Sonnen- und Wetterschutzsysteme in der Produktionsstätte und dem Hauptverwaltungssitz in Abfaltersbach/Osttirol. Glaswelt – Sie hatten ja eben schon von einem Zukauf in Italien gesprochen, um den Bereich Outdoor zu stärken. Was passiert da? Schaller – Durch die Integration von Frama können wir heute auch unterschiedlichste Pergolen anbieten. Frama ist ein italienisches Unternehmen, das über 40 Jahre Erfahrung und die Spezialisierung auf Sonnenschutz für den Outdoor-Bereich verfügt. Ob Pergolen mit beweglichen Lamellen oder einziehbare Textillösungen; die Kombination der Eleganz von italienischem Design und dem hohen Anspruch unseres Unternehmens nach Innovationskraft, Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Verlässlichkeit, bringt für unsere Kunden optimale Lösungen hervor, mit denen er mit einer umfangreichen Produktpalette im Verkauf gut aufgestellt ist. Natürlich zeigen wir auch in allen anderen Bereichen Neuheiten und Weiterentwicklungen, aber sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich das jetzt nicht im Detail ausführen möchte. Glaswelt – Zurück zum Thema Smarthome. Wie sehen Sie als Sonnenschutzhersteller die Entwickung in der Zukunft? Kraler – An dem Thema Smarthome wird niemand mehr vorbeikommen, denn automatisierter Sonnenschutz wird gerade dann besonders Foto: Olaf Vögele effektiv, wenn er optimal gesteuert wird. Und gerade weil bei uns z. B. beim Thema Raffstore Punkte wie Tageslichttechnik etc. eine wichtige Rolle spielen, werden bzw. müssen wir diesen Bereich forcieren. Dabei setzen wir uns natürlich auch mit Themen wie KNX auseinander. So können wir mit unserem Systemen Onyx und Boss nicht nur Lösungen für den Privatkunden, sondern auch für den kleineren und großen Objektbereich bieten. Natürlich werden wir so auch unsere Produkte smart machen und damit den Fachhändlern das Thema Smarthome näherbringen. Eine spannende Aufgabe. Mit den Messen R+T und der Frontale werden wir den Besuchern unser neu abgestimmtes Produktprogramm vorstellen. Christian Schaller, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher der Hella-Gruppe Glaswelt – Eben fiel der Satz, wir gestalten Stimmungen. Was darf man darunter verstehen? Schaller – Herr Kraler hatte ja eben schon das Thema Tageslichttechnik angesprochen. Wir wollen in Zukunft unseren Dialog mehr und mehr auf das Thema „Wir gestalten Stimmungen, steuern und veredeln das Licht und bringen damit Wohlfühlatmosphäre in die Räume“ lenken. Das wird auch eines der Leitthemen auf unseren Messeständen sein. Gerade mit der Vielfalt unserer Produkte stehen uns unzählige Möglichkeiten zur Verfügung, individuell auf Kundenwünsche eingehen zu können. Dabei sind wir nicht auf ein oder zwei Produkte fixiert, sondern haben viele alternative Lösungen im Programm, um für jeden Einsatzzweck etwas anbieten zu können. Das reicht vom Rollo bis zum Raffstore mit Tageslichttechnik und bietet so auch Lösungen, die an das Budget des Kunden angepasst werden können. Natürlich kommt auch hier wieder der Aspekt Smarthome ins Spiel, da es eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Licht und Stimmungen spielt. Da kann ich nur sagen, auf der R+T vorbeikommen, sehen und verstehen. Glaswelt – Vielen Dank für das informative Gespräch und den spannenden Dialog. Viel Erfolg auf der R+T und Frontale. — Das Interview führte Olaf Vögele am Firmensitz ist Abfaltersbach, Österreich. Sonnenschutzwelt 2018 | glaswelt47