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GLASWELT Sonderheft Montagepraxis 2019

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Montagepraxis Aus der PrAxis Foto: Würth Bild 7: Schlaufenbildung ■ Fehlender Glattstrich bzw. mangelhaft vorbereiteter Untergrund. ■ Verwendung falscher Abdichtungsmaterialien ■ Durchdringungen der Luftdichtheitsebene ■ fehlende Abdichtung Ein Glattanstrich bewirkt eine glatte Oberfläche, damit die Abdichtung auf einem geschlossenen Grund ohne Unebenheiten aufgebracht werden kann. Hierdurch kann die Funktionstüchtigkeit und Dauerhaftigkeit der Abdichtung sichergestellt werden. In Bild 3 ist ein mangelhaft vorbereiteter Untergrund dargestellt. Zusätzlich weist dieser Verstaubungen auf, wodurch das Klebevermögen der gewählten Abdichtungen beeinträchtigt wird. Durchdringungen der Luftdichtheitsebene müssen nachgearbeitet werden. Entweder sind zusätzliche Bänder als sogenanntes „Pflaster“ oder zusätzliche Klebemassen aufzubringen. Bild 4 Bild 9: Wannenartige Ausbildung der raumseitigen Luftdichtheitsebene im Bereich des Fensterbankanschlussprofils zeigt eine nicht fachgerecht nachgearbeitete Durchdringung der Luftdichtheitsebene durch ein Befestigungselement. Die Luftdichtheit ist in diesem Bereich nicht gewährleistet. Bei Zusatzprofilen, Bankanschlüsse oder Verbreiterungen, besteht die zusätzliche Schwierigkeit, dass diese im Gegensatz zum Fensterprofil nur eine geringe Stegbreite und somit eine verminderte Fläche zur Aufklebung der Abdichtung aufweisen. Dies hat zur Folge, dass sich klebbare Abdichtungen während der weiteren Montage aufgrund der geringeren Klebefläche leichter ablösen können. Bild 6 zeigt eine abgelöste Folienabdichtung im Bereich der Stirnseite eines Bankanschlusses nach erfolgter Montage. Oft werden Abdichtungsmaßnahmen gar nicht ausgeführt. In Bild 5 ist eine Anschlagssituation mit fehlendem außenseitigem Wetterschutz dargestellt. Praktische empfehlungen zur funktionstüchtigen Abdichtung Die baukonstruktiven möglichen Anschlusssituationen sind so vielfältig, dass es keine allgemeingültigen Lösungen für jede Anschlusssituation innnerhalb der Gebäudehülle gibt. Es ist darauf zu achten, dass die verwendeten Materialien bauphysikalisch und werkstoffspezifisch für die abzudichtenden Fugen aufeinander abgestimmt sind. Raumseitig ist der Anschluss luftdicht und diffusionshemmend und außenseitig schlagregendicht und diffusionsoffen auszubilden. Hierdurch wird sichergestellt, dass in die Anschlussfuge eingedrungene Feuchtigkeit kontrolliert nach außen abgeführt werden kann. Nur durch die richtige Wahl geeigneter Dichtsysteme ist dies gewährleistet. Bild 8: Ausbildung eines luftdichten Anschlusses im Eckbereich Sturz zu Laibung Eine geeignete Ausbildung und Beschaffenheit der Haftflächen in Form eines Glattstriches ist zusätzlich Voraussetzung für eine funktionstüchtige und gebrauchstaugliche Abdichtung. Besondere Sorgfalt ist auf Übergänge zu legen. Dazu zählen unter anderem Eckausbildungen, wie beispielsweise Rahmenecken, Rollladenkästen, Enden von Fensterbankanschlussprofilen, Kopplungsstöße, Schwellenkonstruktionen und Durchdringungen von Dichtebenen. Bei Eckausbildungen ist das Dichtband im Eckbereich des Fensters zu verlängern und schlaufenförmig auszubilden, siehe Bild 7, sodass sich dieses in der Ecke des Baukörpers ohne zusätzliche Nacharbeit eindrücken lässt, siehe Bild 8. Besondere Sorgfalt ist in Bereichen von offenen Profilen, beispielsweise Stirnseiten von Bankanschlüssen, Aufdopplungen oder Kopplungsprofilen, zu legen. Liegen diese vollständig im Bereich der Dämm- bzw. Befestigungsebene, sind keine Maßnahmen erforderlich. Falls nicht, sind diese konstruktiv zu schließen. In Bild 9 ist ein beispielhafter kritischer Anschlusspunkt eines Bankanschlusses dargestellt. Das offene Fensterbankprofil liegt jedoch vollständig in der Dämmebene, wodurch keine weiteren Maßnahmen am stirnseitig offenen Profil erforderlich sind. Es ist jedoch darauf zu achten, dass im Eckbereich eine saubere, wannenförmige Ausbildung erfolgt. — Foto: Würth Foto: IB-Hauser Die autoren Dipl.-Ing. Marc Klatecki, Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH, Kassel Dr. Jürgen Küenzlen, Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau 74 glaswelt | Sonderheft Montagepraxis

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