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GLASWELT Sonderheft Montagepraxis 2013

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Nach der Montage

Nach der Montage Fensterrecycling Foto: Rewindo GmbH recycling leicht gemacht So entsorgen Sie PVC-Fenster Kunststofffensterrecycling: Vom Ausbau der alten Fenster bis in die Recyclinganlage sind es für den Verarbeiter mithilfe von Rewindo nur wenige Schritte. _ Seit nunmehr über 10 Jahren organisiert die Rewindo Fenster- Recycling-Service GmbH das Recycling ausgedienter Kunststofffenster, -türen und -rollläden mit kontinuierlich steigenden Verwertungsquoten. Ausschlaggebend für die Wiederverwertung ist neben der guten Recyclingfähigkeit des Werkstoffs nicht zuletzt die praxisnahe logistische Umsetzung, die für den Verarbeiter das Mitmachen beim Kunststofffensterrecycling erleichtert. Zusammen mit ihren derzeitigen Recyclingpartnern Tönsmeier Kunststoffe GmbH und der Veka Umwelttechnik GmbH setzt die Rewindo dabei auf ein bundesweit flächendeckendes Abholsystem. „Wir sind da, wo für den Verarbeiter das Material anfällt. Selbst bei kleineren Altfenstermengen kommen unsere Partnerbetriebe raus auf die Baustelle oder in den Betrieb,“ so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Künftig sollen zusätzliche Recyclingpartner die Infrastruktur noch einmal verbessern. Die Wiederverwertung von PVC aus Altfenstern, -rollläden und -türen schreitet voran. In Deutschland organisiert die Rewindo Fenster- Recycling-Service GmbH die Wiederverwertung ausgedienter Bauelemente aus Kunststoff. Wie der Ablauf für den Handwerksbetrieb dabei aussieht, lesen Sie im nachfolgenden Beitrag. So funktioniert die Entsorgung Der Verarbeiter kann für Altfenster bei der Rewindo die Transportbehälter ordern, in denen dann die Altfenster gesammelt und später abtransportiert werden. Empfohlen wird dabei die grobe Entglasung der Flügel. Kleinere Anhaftungen von Putzresten, bzw. Montageschaum bei den Altfenstern stellen kein Problem dar. Das Entfernen von Beschlägen, Metallteilen, Verstärkungseisen oder Gummidichtungen ist nicht notwendig. Die genauen Details zu diesem Punkt stimmt der Verarbeiter mit den Recyclingpartnern im Vorfeld einer Abholung ab. Optional ist die Vorbrechung der Altfenster zur besseren Auslastung der Container. Dass es sich um Fenstermaterial handelt, muss eindeutig erkennbar sein. Weiter lassen sich Kunststoffrollläden (ohne Welle und Gurt) sowie PVC-Türblätter und -Rahmen entsorgen. Für den Verarbeiter werden dazu je nach anfallender Menge entsprechende Gitterboxen oder Großraumcontainer bereitgestellt. Aufbewahren kann der Handwerker die alten Fenster zudem auf dem eigenen Werkstatthof oder auf der Baustelle auch erst einmal ganz ohne Behälter. Sammeltouren durch die Recyclingpartner sorgen dann in einem zweiten Schritt für die fachgerechte Entsorgung der Altfenster. In den Recyclinganlagen von Tönsmeier und Veka UT wird dann das werkstoffliche Recycling durchgeführt. Nach der Abtrennung von Glas und Metallen entsteht PVC-Mahlgut, das Ausgangsmaterial für ein hochwertiges, fast 100 Prozent sortenreines Granulat ist. Dieses wird schließlich wieder für die Herstellung von neuen Fenster- und Bauprofilen eingesetzt. Im Jahr 2012 konnten auf diesem Weg mehr als 22 000 t PVC-Recyclat gewonnen werden. Das entspricht ca. 1,2 Millionen recycelten Altfenstern. Hinzu kamen noch ca. 78 000 t Produktionsabfälle, also somit insgesamt mehr als 100 000 t Recyclat, die allein aus Deutschland als Sekundärrohstoff in die Wiederverwertung gelangt sind. Ausprobieren und gewinnen Ausprobieren können Verarbeiter den Service der Rewindo derzeit u. a. im Rahmen des Wettbewerbs „Umweltgerechte Modernisierung“ unter der Schirmherrschaft des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Zu gewinnen gibt es bei dem bis zum 15. 11. 2013 laufenden Wettbewerb einen Gutschein über die kostenlose Annahme und Wiederverwertung von 50 t PVC-Altfenstern. Weiter ist ein Sonderpreis für Fensterbauer für den 1. Platz in Höhe von 2000 Euro ausgelobt; der 2. Gewinner erhält eine Städtereise im Wert von 1000 Euro. — Die einzelnen Schritte bei recycling von Kunststofffenstern Recyclen lassen sich neben den PVC-Fenstern und -Profilen auch PVC-Türen (ohne Glas) sowie Kunststoffrollläden (ohne Welle und Gurt). Die Schritte dabei sind: ■■Kontaktaufnahme zu einem Recyclingpartner ■■Mitteilung der voraussichtlichen Menge an Altfenstern und ihrer Beschaffenheit ■■Angebotsabgabe durch Recycler ■■Beauftragung des ausgewählten Partners, der zum vereinbarten Termin die Altfenster abholt ■■Bereitstellung von Gitterboxen / Container auf der Baustelle durch den Recycling partner und spätere Abholung nach Terminvereinbarung oder alternativ ■■Sammlung ohne Behälter durch den Monteur vor Ort (Werkstatt oder Baustelle) www.rewindo.de Weitere Infos zu Erneuerung, Austausch und Sanierung Das Portal fensterfibel.de informiert bei der Sanierung zu Fragen rund um das Fenster und berücksichtigt die unterschiedlichen Materialarten sowie zu Energieeffizienz, Lüftung, Wohngesundheit u. v. m, inklusive Vorschriften und Normen. www.fensterfibel.de 72 glaswelt | Sonderheft Montagepraxis | www.glaswelt.de

Rechtstipp Nach der Montage „Bedenken anmelden nicht vergessen!“ Wo Stolperfallen bei der Bauabnahme liegen, und welche Vorteile das Anmelden von Bedenken hat, erläutert für die GLASWELT- Leser der Baurechtsspezialist Prof. Christian Niemöller von der SMNG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main. Glaswelt – Herr Niemöller, Montagefirmen und Subunternehmer haben es oft schwer an ihr Geld zu kommen. Wie kann man die Bauabnahme reibungslos gestalten? Prof. Christian Niemöller – Wichtig ist zunächst, dass der Sub- oder Nachunternehmer seine Vertragsunterlagen – bitte vor Vertragsunterzeichnung – sorgfältig durcharbeitet und auswertet. Zahlungs- oder Abnahmeklauseln, die den Zahlungsfluss oder die Abnahme von Ereignissen abhängig machen auf die der Subunternehmer keinen Einfluss hat, sollte er – unbeschadet eines Verstoßes gegen das AGB-Recht – nicht akzeptieren. Beispiele hierfür sind: „Abnahme erst mit der Gesamtfertigstellung des Objekts“ oder „Zahlung, wenn die Bauherrschaft an den Generalunternehmer bezahlt“ (vergleiche dazu LG Saarbrücken, IBR 2012, 132). Nach Vertragsabschluss muss der Subunternehmer dann eine qualitativ ordentliche/vertragsgerechte Leistung erbringen. Prof. Dr. Christian Niemöller Kommt der Handwerker seiner Pflicht zur Bedenkenanzeige ordnungsgemäß nach, ergibt sich eine Haftungsbeschränkung zu seinen Gunsten. Parallel zu seinen Arbeiten muss der Monteur darauf achten, dass er einen Schriftverkehr führt, der seine Rechte hinreichend wahrt. Glaswelt – Können Sie auch sagen, was das im Detail bedeutet? Prof. Niemöller – Zum ordnungsgemäßen Schriftverkehr zählt bei einem VOB-Vertrag die Pflicht, Bedenken anzumelden (§ 4 Abs. 3 VOB/B) oder auf Behinderungen hinzuweisen (§ 6 Abs. 1 VOB/B). Kommt der Auftragnehmer seiner Pflicht zur Bedenkenanzeige ordnungsgemäß nach, kann er gemäß §§ 4 Abs. 3, 13 Abs. 3 VOB/B von der Mängelhaftung befreit sein (vergleiche dazu beispielsweise: Riedl/Mansfeld, in Heiermann u. a.; VOB; 11. Auflage 2008, B § 13 Rn 37). Glaswelt – Ist das wirklich so einfach? Prof. Niemöller – Nein. Erkennt der Auftragnehmer nach der Übermittlung seiner Bedenkenmitteilung, dass der Auftraggeber ungeeignete Abhilfemaßnahmen ergreift, kann er zur erneuten Mitteilung seiner Bedenken verpflichtet sein, um eine Haftungsbefreiung zu seinen Gunsten herbeizuführen (vgl. grund legend: KG IBR 2002, 247). Entgegen einer weit verbreiteten Annahme entfällt die Prüfungs- und Hinweispflicht des § 4 Abs. 3 VOB/B im Übrigen nicht, wenn der Auftraggeber selbst fachkundig ist oder fachkundig beraten wird (vergleiche BGH IBR 2001, 177). GLASWELT – Warum tun sich viele Monteure oft schwer, beim Bauherren oder seinen Vertretern Bedenken anzumelden? Prof. Niemöller – Viele Handwerker wollen zu Arbeitsbeginn (nach vorangegangenem VOB- Vertragsabschluss) die gute Atmosphäre mit dem Auftraggeber nicht durch kritische Hinweise in Bezug auf das Bauvorhaben trüben. Damit verlieren sie als Auftragnehmer aber schnell die Pflicht zu einer rechtzeitigen Bedenkenanmeldung falls notwendig aus dem Blick. Das kann die vorgefundene Baustellensituation betreffen oder die vom Bauherren (als Auftraggeber) vorgesehene Art der Ausführung. Hat der Monteur Bedenken, muss er diese möglichst vor Beginn seiner Arbeiten schriftlich mitteilen. Gleiches gilt, wenn die vom Auftraggeber gelieferten Baustoffe/Bauteile qualitativ unzureichend sind oder die Leistungen der Vorgewerke nicht stimmen. GLASWELT – Welche Vorteile bringt es dem Handwerker, sich entsprechend kritisch zu äußern? Prof. Niemöller – Kommt der Monteur seiner Pflicht zur Bedenkenanzeige ordnungsgemäß nach, ergibt sich die bereits angesprochene Haftungsbeschränkung zu seinen Gunsten: Hat er vor Beginn seiner Arbeiten beispielsweise Bedenken gegenüber der Vorleistung eines anderen Handwerkers mitgeteilt, kann er vom Auftraggeber später grundsätzlich insofern nicht mehr in die Haftung genommen werden. Auch wenn es entsprechend seiner Bedenken zu Beanstandungen kommt (§§ 4 Abs. 3, 13 Abs. 3 VOB/B). GLASWELT – Was empfehlen Sie unseren Lesern noch? Prof. Niemöller – Da der Handwerker als Auftragnehmer mithilfe des § 4 Abs. 3 VOB/B die Mängel rechte des Bauherren (d. h. des Auftraggebers) deutlich einschränken kann, sollte es zu seinem üblichen Prozedere gehören, dass er spätestens vor Beginn seiner Arbeiten die ihn betreffenden Vorleistungen anderer Firmen kritisch prüft. Will der Handwerker eine Bedenkenanzeige absetzen, sind zwei wichtige Punkte zu beachten: Er sollte stets daran denken, dass diese Bedenkenanzeige an den Auftraggeber und nicht an irgendeinen technischen Berater des Auftraggebers zu richten ist. Des Weiteren sollte er stets für einen Zugangsnachweis seiner schriftlichen Bedenken sorgen, damit er im Streitfall nachweisen kann, dass die Bedenkenmitteilung beim Auftraggeber eingegangen ist. GLASWELT – Gibt es weitere Punkte, die zu beachten sind, wenn man seine Bedenken schriftlich formulieren will? Prof. Niemöller – Ich rate jedem Handwerker dringend, seine Bedenken inhaltlich und sprachlich so verständlich zu formulieren, dass der Bauherr diese auch wirklich verstehen und nachvollziehen kann. Der schlichte Verweis auf „anerkannte Regeln der Technik“ oder der Hinweis auf eine „unsinnige“ Leistung ist insbesondere für den Häuslebauer in der Regel unverständlich. Zudem bergen derartige Verweise das Risiko, dass ein Gericht ein solches Schreiben nicht als ordnungsgemäße Bedenkenanzeige gemäß § 4 Abs. 3 VOB/B wertet (vergleiche BGH, IBR 2011, 577). — Die Fragen stellte Matthias Rehberger, Chefredakteur der GLASWELT. www.glaswelt.de | Sonderheft Montagepraxis | glaswelt73

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