Ihr Katalog oder Ihre Broschüre fehlen? Weitere Informationen finden Sie hier:
Mediaservice
Aufrufe
vor 11 Monaten

GLASWELT Sonderheft Montagepraxis 2013

  • Text
  • Sichtschutz
  • Sonnenschutz
  • Innentueren
  • Trennwaende
  • Glas
  • Interieur
  • Fassade
  • Fenster
  • Absturzsicherung
  • Baustellenlogistik
  • Glaskleben
  • Einbruchschutz
  • Einbruchhemmung
  • Montage
  • Glaswelt

Nach der Montage

Nach der Montage Thermografie Informationen zu diesem Artikel Webcode: 1158 Wo sitzt das Wärmeleck? _ Wärmestrahlung Mittels IR-Thermografie lassen sich Temperaturen bzw. deren Verteilung auf Bauteilen messen und grafisch darstellen, und somit Wärmeverluste und Wärmebrücken im Vorfeld der Sanierung erkennen. Dabei handelt es sich um ein aufwendiges (Mess-)Verfahren. Gerade bei „Billigthermografien“ ist die Gefahr groß, keine aussagekräftigen Ergebnisse zu erhalten. Der Autor Benjamin Standecker ist zertifizierter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (DIN EN 17024) sowie für Infrarotthermografie im Bauwesen(EN 473/2-Bau) www.standecker-bautechnik.de ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, da sie im infraroten (IR) Wellenlängenbereich liegt. Das Prinzip der IR-Thermografie macht diesen Infrarotbereich „sichtbar“. Dies erfolgt durch Aufnahmen mit einer IR-Kamera. Die Bilder werden als eine „Falschfarbendarstellung“ bzw. als Thermogramm ausgegeben. In der Regel wird eine Farbzuordnung gewählt, bei der helle Farben (z. B. Gelb, Rot) höheren und dunklere Farben (z. B. Grün, Blau) geringeren Oberflächentemperaturen zugeordnet werden. Ein Thermogramm ist das Ergebnis komplexer Berechnungen, die durch das Kamerasystem vollautomatisch erfolgen. Ein Bauteil kann nur aussagekräftig thermografiert werden, wenn ein möglichst konstanter Wärmestrom über längere Zeit hindurchfließt. Durch verschiedene inhomogene Strukturen wie z. B. Wärmebrücken, erzeugt dieser Wärmestrom dann unterschiedliche Oberflächentemperaturen. Diese werden von der IR-Kamera erfasst, berechnet und in einem Thermogramm abgebildet. Moderne Kameras können Temperaturdifferenzen von wenigen hundertstel Grad auflösen. Da sich aber die auf den Detektor in der Kamera auftreffende Strahlung aus mehreren Komponenten zusammensetzt, ist eine ausführliche Analyse der Aufnahmesituation vor der Messung unbedingt erforderlich. Für eine aussagekräftige Thermografie wird eine Temperaturdifferenz von 15 K benötigt, um einschlägige Fehl- oder Schwachstellen detailgetreu auflösen zu können. Weiter sind bei Außenthermografien die jeweiligen Umwelteinflüsse für die Qualität ausschlaggebend. Der Messzeitpunkt muss so gewählt werden, dass eine vorhergehende mögliche Sonneneinstrahlung keinen Einfluss mehr auf das Messergebnis hat. Starker Wind, Regen oder Nebel beeinträchtigen die Messung. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Gebäudehülle von innen und von außen zu thermografieren. Die Wahl der Messposition hängt von der Messaufgabe, der Gebäudekonstruktion sowie den Umwelteinflüssen ab. In den Medien sieht man oft Aufnahmen von der Außengebäudehülle. Von außen sind ein verputztes Fachwerk oder eine Heizkörpernische deutlich zu sehen. Dies ist plakativ und kann dem Verbraucher leicht die Thematik vermitteln. Die Realität sieht allerdings anders aus. Um aber energetische oder gar bauphysikalische Aussagen zu treffen, reicht eine Außenthermografie nicht aus. Die Thermografie von Fenstern Fenster sind von außen nur sehr schwer oder gar nicht beurteilbar: Besser ist hier eine Innenthermografie bzw. eine Kombination aus Außen- und Innenthermografie. Bei der Innenthermografie lassen sich die Umgebungseinflüsse genau bestimmen, da sich ein quasi-stationärer Zustand leicht simulieren lässt. Eine Wärmebrückenanalyse erfolgt ebenfalls immer von innen. Wärmebrücken stellen mittlerweile die häufigsten wärmetechnischen Baumängel bzw. Bauschäden dar. Sie sind für Energieverluste verantwortlich, für Tauwasserbildung und folglich auch für Schimmelpilzbefall. Der Effekt des Kondensatausfalls lässt sich bei Luftundichtigkeiten in Fensteranschlussfugen oder im Bereich des Flügelanschlags beobachten. Erfahrungsgemäß stammen ca. zwei Drittel der Thermografieaufnahmen bei Einfamilienhäusern aus dem Fenster-Umfeld, und hier vor allem aus dem Bereich des Anschlusses. Auch die wärmetechnische Bewertung von Dämmeigenschaften im Fensterrahmen- bzw. Glasbereich ist durch die Thermografie möglich. Hier sind Innenthermografien zu empfehlen. Zudem ist eine sehr genaue Analyse des Emissionsgrades erforderlich. Das Präparieren der zu untersuchenden Gebäudehülle, die Einhaltung der Oft zeigen Thermografien Gebäude von außen. Für die Wärmebrückenanalyse ist aber eine Innenthermografie nötig. Ein Thermogramm, hier am Beispiel eines Fensters, kann Schwachpunkte der Anschlussfuge aufdecken. Messvorschriften, die eigentliche Messung, die Nachbereitung der Messergebnisse sowie die Erstellung des thermografischen Gutachtens erfordern einen hohen Zeitaufwand, denn es handelt sich um ein komplexes Messverfahren: Schon kleine Abweichungen bei der Einstellung der Messparameter können zu riesigen Unterschieden beim Messergebnis führen. Dieses setzt eine aufwendige Messtechnik und eine fundierte Ausbildung des Durchführenden voraus. Vorsicht: Billige „Thermografieaktionen“ sind oft unzureichend und verschweigen erforderliche Sanierungsmaßnahmen, bzw. empfehlen nicht erforderliche. Betroffene Handwerker können sich bei dem Autor über die Qualität der Thermografieaufnahmen informieren. — Tipp der Redaktion: Weitere Details zur Thermografie finden Sie auf www.glaswelt.de in der Langversion des Beitrags. Dort im Suchfeld den Webcode 1158 eingeben. 70 glaswelt | Sonderheft Montagepraxis | www.glaswelt.de

Wartung automatischer Türen und Fenster Nach der Montage Wartung kraftbetätigter Bauelemente Das ist für den Monteur Pflicht! Nach der Montage müssen automatisierte Bauteile in der Fassade sowie automatische Türen im Gebäude regelmäßig gewartet werden. Spätestens nach Änderungen bei den Anforderungen in den Regelwerken, muss der Monteur eine erneute Risikoanalyse bei jedem von ihm eingebauten automatischen Bauelement durchführen. _ Automatische Türen und Fenster, laut DIN kraftbetätigte Bauelemente, sind in öffentlichen Gebäuden heute Usus. Sie finden auch zunehmend in privaten Gebäuden Einzug. Bei solchen Bauelementen, die über einen Motor angetrieben werden und per Steuerung, Sensor oder Fernbedienung geöffnet und geschlossen werden, handelt es sich per Definition um Maschinen. Und als solche unterliegen sie seit Anfang 2010 vor dem Einbau einer Risikoanalyse durch den einbauenden Montagebetrieb. Zudem müssen die Betreiber/Nutzer einmal im Jahr die einwandfreie Funktion der kraftbetätigten Bauelemente über eine Prüfung der Sicherheitseinrichtungen durch einen Sachkundigen nachweisen. Der Prüfnachweis wird durch einen Eintrag im Prüfbuch bestätigt. Dieses Buch übergibt der Monteur nach der Montage und der Erstprüfung des Bauelements dem Bauherren. Wurde ein Wartungsvertrag mit dem einbauenden Handwerker vereinbart, nimmt dieser die Funktionsprüfung einmal im Jahr vor und macht den zugehörigen Eintrag. Nach dieser jährlichen Funktionsüberprüfung muss er den Nutzer/Betreiber auf mögliche mangelnde Sicherheitseinrichtungen hinweisen. Dieser Nachweis dient dazu, die Sicherheit der Gebäudenutzer zu gewährleisten. Gerade bei Gebäuden, in denen Schutzbefohlene (Kinder, Kranke, Ältere, Behinderte) untergebracht sind, ist ein erhöhter Sicherheitsbedarf gegeben, den auch die eingebauten Anlagen berücksichtigen müssen. Werden hier die geforderten Überwachungszyklen nicht eingehalten und es kommt zu einem Unfall, müssen die Verantwortlichen mit rechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Das kann neben den Betreibern auch den Monteur treffen. Der Prüfnachweis beugt dem vor: Wenn die Gebäudeverantwortlichen ein sauber ausgefülltes Prüfbuch vorlegen können, belegen sie, richtig gehandelt zu haben. Der Handwerker ist in der Pflicht Der einbauende Handwerker ist per Definition der Inverkehrbringer einer Maschine. Per Gesetz muss er sicherstellen, dass die Maschine funktioniert und vorab eine Risikoanalyse durchführen. Es gibt heute von allen namhaften Herstellern Checklisten und Hinweisblätter zur Durchführung einer solchen Risikoanalyse. Nach dem Einbau ist der Monteur verpflichtet, den Besitzer/Betreiber darüber zu informieren, dass das automatische Bau element regelmäßig zu prüfen und zu warten ist. Kommt es zu Änderungen bei den Sicherheitsanforderungen – werden diese z.B. verschärft – muss der Monteur von sich aus aktiv werden und den Betreiber auf diese Änderungen hinweisen. Zudem muss er eine erneute Risikoanalyse für jedes von ihm eingebaute, motorisch betriebene Bauelement durchführen. Dies kann auch im Rahmen eines Wartungsvertrags erfolgen. Ist dies nicht der Fall, muss der Handwerker – wie bereits angesprochen – selbst aktiv auf den Betreiber/Bauherren/Besitzer zugehen und diesen darauf aufmerksam machen, ob aufgrund der neuen Regelungen von der Anlage ein Risiko (Quetschgefahr etc.) ausgeht oder nicht. Dies muss für jede einzelne Tür und jedes Fenster analysiert werden. Tut der Handwerker dies nicht, läuft er Gefahr, bei einem Unfall rechtlich belangt zu werden. Dies ist unabhängig davon, ob der Bauherr seine Anlage regelmäßig hat warten lassen oder nicht. Deshalb sei es jedem Peter Struhlik, Sachverständiger für Fenster, Handwerker angeraten zu überprüfen, Fassaden und Türen welche kraftbetätigten Bauelemente er in den letzten Jahren eingebaut hat. Er sollte dabei prüfen, ob eine Risikoanalyse durchzuführen ist und den Nutzer auf mögliche Gefahren etc. hinweisen. Ist das erfolgt, ist er auf der sicheren Seite. Erhält er dann einen Auftrag zur Wartung und Nachrüstung der Bauteile, kann er im Prüfbuch sein O.k. geben. Das rät der Sachverständige Für erneute Risikoanalysen gibt es keinen festgelegten Zeitpunkt. Mit Ausnahme, wenn es Änderungen in den Regelwerken und damit in der Einschätzung des Gefahrenpotenzials gibt/gab und entsprechende Maßnahmen zur Anpassung der Bauteile erfolgen müssen. Im Fokus der erneuten Analyse müssen dabei immer die Türen und Fenster sowie die Maßnahmen stehen, von denen die größten Gefahrenpotenziale ausgehen bzw. verhindert werden müssen. Dabei gilt der Stand der Technik! Die Erfahrung zeigt, dass die Prüfbücher oft nicht ordentlich geführt werden: Es gibt nur eine Erstprüfung und danach keinen weiteren Eintrag mehr. Noch seltener ist dann wahrscheinlich die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Risikoanalysen. Insbesondere nach Einbau kraftbetätigter Bauteile bei öffentlichen Gebäuden, sollte der Monteur aus eigenem Interesse solche Untersuchungen regelmäßig durchführen. — Peter Struhlik, ö.b.u.v. Sachverständiger www.peter-struhlik.de D+H Merkblatt „Risikobeurteilung für kraftbetätigte Fenster“ Infos zur Maschinenrichtlinie Tipp der Redaktion: Infos zur Maschinenrichtlinie sowie Sicherheitstipps finden Sie unter den nebenstehenden QR Codes sowie im Merkblatt „Risikobeurteilung für kraftbetätigte Fenster“ der D+H AG mit Erklärungen zu den Schutzklassen und den Verantwortlichkeiten. www.glaswelt.de | Sonderheft Montagepraxis | glaswelt71

Weitere Online-Angebote der Gentner Verlagsgruppe:
Baumetall, Die Kälte, Gebäude-Energieberater, photovoltaik, SBZ-Monteur, SBZ-Online, TGA-Fachplaner, Webinare