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GLASWELT Sonderheft Montagepraxis 2013

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Montagepraxis Meinung Im Interview mit Bernhard Helbing und Dieter Roxlau „Zur hohen Schule gehört das Planen der Montagedetails“ Die GLASWELT hat zum Doppelinterview zum Thema Qualität in der Montage Bernhard Helbing und Dieter Roxlau eingeladen und wollte mehr über die Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten der RAL Gütegemeinschaft und der Fenster Marke Tischler/ Schreiner erfahren. Bernhard Helbing ist geschäftsführender Gesellschafter der TMP Fenster + Türen GmbH, Vorsitzender der RAL Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren (die auch für das Gütezeichen Montage verantwortlich ist) und auch Präsident des VFF (Verband Fenster und Fassade). Dieter Roxlau ist Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Tischler NRW und Mitinitiator des Markenkonzeptes Fenster Marke Tischler bzw. Schreiner, welches auch festgelegte Kriterien für die Montage definiert hat. Für eine perfekte Montage am Bau braucht man nicht nur kräftiges und motiviertes Fachpersonal. Auch Monteure sollten wichtige bauphysikalische Zusammenhänge verstehen. Glaswelt – Egal ob neue Holz-, Kunststoffoder Metallfenster – grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Produkte ein hervorragendes Niveau erreicht haben. Was nützt dem Endkunden aber ein noch so gutes Fenster, wenn der Einbau nicht in Ordnung ist? Wie lässt sich Ihrer Meinung nach sicherstellen, dass die Montage den Ansprüchen der Bauphysik und den Regeln der Technik genügt? Dieter Roxlau – Der wichtigste Beitrag für eine gute und ordnungsgemäße Montage ist sicher das hohe fachliche Niveau der hand werklichen Meisterausbildung, das die Fensterbauer aus dem Tischlerhandwerk mitbringen. Darüber hinaus bieten alle Landesverbände des Tischlerund Schreinerhandwerks sowohl ihren Mitgliedsbetrieben als auch den Montagebetrieben praktische Weiterbildung und Fachinformationen für eine qualifizierte Montage an. Und schließlich steht unsere Berufsorganisation den Fensterbaubetrieben auch mit umfassender Beratung zur Seite. Bernhard Helbing – Ja, unsere Produkte haben ein hervorragendes Niveau. Ich gebrauche in diesem Zusammenhang gern den Begriff des „Ganzheitsdenken im Fensterbau“ und zitiere dann den Gründer und langjährigen Leiter des ift Rosenheims, Professor Erich Seifert. Seifert meinte, „dass sich jeder nicht nur Gedanken über seine Arbeit macht, sondern auch die Auswirkungen seiner Arbeit durchdenkt.“ Seifert hat seinerzeit die Einflüsse von Wind- und Regenschutz, Schallschutz, Belüftung, Anschlüsse zum Baukörper als auch die Reinigung und Pflege ins Ganzheitsdenken mit einbezogen. Was er jedoch nicht voraussehen konnte, war die aktuelle Erweiterung um das Thema „Energieeffizienz und Klimaschutz“. Wir sehen, wie komplex das Thema „Einbau unserer Produkte“ zu betrachten ist. Genau diese Bei der Montage stehen Planungsfehler eindeutig im Vordergrund. Dieter Roxlau, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Tischler NRW. Komplexität verlangt eine hohe und auf wirklich fachlichem Fundament stehende Qualifikation aller Beteiligten. Das setzt voraus, dass die Be- 6 glaswelt | Sonderheft Montagepraxis | www.glaswelt.de

teiligten in der Lage sind, die Situation am Baukörper ganzheitlich zu betrachten, zu analysieren und nach den anerkannten Regeln der Technik zu entscheiden. Die Hilfe ist der Leitfaden zur Montage unserer RAL Gütegemeinschaft Fenster + Haustüren. Das setzt aber auch die Einsicht der Beteiligten sich ständig fortzubilden voraus. Das ist wie im Sport: Spitzenleistungen – und diese werden von uns täglich abverlangt – erzielt man nur, wenn man kontinuierlich trainiert. Glaswelt – Was sind aus Ihrer Erfahrung die häufigsten Probleme, die im Zusammenhang mit der Montage von Bauelementen auftreten? Roxlau – Anhand der vielfältigen Gutachten unserer vereidigten Sachverständigen können wir die häufigsten Probleme relativ gut nachvollziehen: Eindeutig im Vordergrund stehen Planungsfehler. Die Fragen, welche Befestigung ist für den vorliegenden Untergrund geeignet, wie muss die Abdichtung im konkreten Bauvorhaben ausgeführt werden, werden im Vorfeld vielfach zu wenig berücksichtigt und sind dann die Quellen für spätere Ausführungsmängel. Helbing – Oft sind es die Kleinigkeiten, die nicht selten aus einer unvollkommenen Information erwachsen. Das beginnt bei der Festlegung der Element größe, setzt sich fort bei dem Thema der richtigen Befestigungsmittel unter Beachtung des vorhandenen Baukörpers sowie der einzuhaltenden Details bei den zur Anwendung kommenden Dichtstoffen und Folien. Denn Silikon kann nicht alles. Aber unter einer Wärmedämmfassade und hinter dem Putz ist alles gleich ‚versteckt‘! Auch eine Montage unserer Produkte ist ordnungsgemäß zu planen. Das gehört mittlerweile zur hohen Schule in unserer Branche. Ich bin ein Freund der Berechnung der Isothermenverläufe. Nur so integriert man alle, nach unserem durch die Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren erarbeiteten Leitfaden zur Montage, erforderlichen Details. Glaswelt – Die Grundsätze, die im Leitfaden zur Montage niedergeschrieben sind, stellen die anerkannte Regel der Technik dar und sind damit im Prinzip für jeden Monteur verpflichtend. Warum braucht es dann überhaupt noch eine darüber hinausgehende RAL-Gütesicherung Montage Das Logo der Fenster Marke „Schreiner“ für den süddeutschen und „Tischler“ für den norddeutschen Bereich. oder eine Qualitätssicherung nach den Grundsätzen der Fenster Marke Tischler | Marke Schreiner? Gibt es eine bessere Montage jenseits den Regeln der Technik? Helbing – Unser „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren“ ist die gültige Dokumentation zur Montage und gehört zu den Bestsellern in unserer Branche. Der Leitfaden beschreibt detailliert auf dem aktuellen Stand die anerkannten Regeln der Montagetechnik, einschließlich vieler Ausführungsbeispiele. Wo findet man das in dieser komprimierten und komplexen Form noch? Betriebe mit dem RAL-Gütezeichen erfüllen die im Leitfaden formulierten Inhalte in hervorragender Weise. Darüber haben sie auch den Nachweis zu führen. Der Leitfaden zur Montage setzt sozusagen den i-Punkt auf eine durchgängige Sicherung der Qualität der Produkte – angefangen von den Halbfabrikaten bis zur Abnahme am Bau. Wir sehen das als wahren und gelebten Verbraucherschutz. Die Montage nach unserem RAL Gütezeichen schließt die Ausbildung der Montageverantwortlichen in den Betrieben ein. Diese haben bekanntlich die Anschlussdetails dem zuständigen Prüfinstitut zur Beurteilung vorzulegen. Das wiederum mündet in einer Baustellenabnahme durch das Prüfinstitut. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Vorbereitung der Montage durch die Planung der jeweiligen Montagedetails, die Eigenüberwachung durch Stichprobenprüfungen und die Dokumentation durch das Übergabeprotokoll. Schlussendlich muss alles ordnungsgemäß archiviert werden. Wir wissen in welcher Pflicht wir mittlerweile als Unternehmen stehen. Am 01. 07. 2013 tritt die Bauproduktenverordnung in Kraft. Technisch kann nur der den richtigen Anschluss wählen, der die Grundlagen der Anforderungen verstanden hat. Das verinnerlicht nur der, der sich schult, immer und immer wieder. Unser RAL-Gütezeichen hat eine über 40-jährige Tradition. Es ist unabhängig und wird von Verbraucherschutzorganisationen und Behörden getragen. Roxlau – Bei der „Fenster Marke Tischler | Marke Schreiner“ handelt es sich um ein Markenkonzept, das vor allem die kleinen und mittleren Betriebe des Fensterbaus besser beim Kunden positionieren soll. Betriebe, die dieses Markenkonzept nutzen wollen, verpflichten sich, die Regeln Silikon kann nicht alles. Aber unter einer Wärmedämmfassade und hinter dem Putz ist alles gleich verdeckt! Bernhard Helbing, Geschäftsführender Gesellschafter TMP Fenster + Türen GmbH der Technik als Mindeststandard einzuhalten. Darüber hinaus bietet das Markenkonzept vor allem im Bereich der Kundenansprache und des Service besondere Vorteile: Damit wird die individuelle und persönliche Komponente des handwerklichen Fensterbaus deutlich pointiert. Glaswelt – Herr Helbing, was zeichnet Betriebe aus, die das RAL Gütezeichen Montage vorweisen können? Helbing – Fenster und Haustüren sind seit dem 1. Februar 2010 mit dem CE-Kennzeichen zu deklarieren. Es kann gar nicht deutlich genug dar- Glossar Wie unterscheiden sich die Begriffe „ anerkannte Regeln der Technik“ und „Stand der Technik“? Allgemein anerkannte Regeln der Technik (a.a.R.d.T.): Das sind Regeln, die in der Wissenschaft als richtig erkannt sind, in der Praxis bei dem Techniker durchweg bekannt sind und sich aufgrund praktischer Erfahrung bewährt haben. Sie haben erhebliche Bedeutung für die Bestimmung der Soll-Eigenschaften und sind letztlich auch Haftungsmaßstab. Stand der Technik: Die allgemein anerkannten Regeln der Technik unterscheiden sich vom Stand der Technik dadurch, dass letzterer eine höhere Stufe der technischen Entwicklung darstellt, sich aber in der Praxis noch nicht langfristig bewährt haben muss. Den Stand der Technik kennzeichnet also ein fortschrittlicherer Entwicklungsstand, dessen Eignung für die Praxis aber als gesichert erscheint. www.glaswelt.de | Sonderheft Montagepraxis | glaswelt7

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